Schritt 5: Antrieb, passendes Innenlager und Pedale

Um das MTB selbst zusammenstellen und später zusammenbauen zu können, muss sich mit dem Thema „Antrieb“ beschäftigt werden. Die Wahl der kompatiblen Komponenten ist mit Bedacht durchzuführen: Nicht nur Kurbel samt Kettenblatt, sondern auch Kette, Kassette und Schaltung müssen exakt zueinander und zum Rahmen passen. Um diese Komponenten letztlich selektieren zu können, sollte zunächst geklärt werden, welche Art von Antrieb gewünscht wird und welche Möglichkeiten mit dem Rahmen gegeben sind.

Antrieb, mit oder ohne Umwerfer

Die Auswahl ist groß, doch wirklich durchgesetzt haben sich inzwischen Ein- und Zweifachantriebe. Wer also eine höhere Übersetzungsbandbreite für ein Touren-Bike bevorzugt, ist mit einem 2×11-Antrieb gut beraten. Enduros und gravity-orientierte Räder sollten eher auf ein Kettenblatt an der Kurbel beschränkt werden. Das bietet Vorteile hinsichtlich Gewicht, denn weitere Komponenten wie der Umwerfer entfallen. Außerdem sitzt die Kette im ruppigen Gelände sicherer auf dem Kettenblatt.

Shimano und SRAM sind in diesem Bereich führend und bieten verschiedene Gruppen aus den unterschiedlichsten Preisbereichen an. Vor allem SRAM konnte mit dem 1×12-Antrieb Eagle eine weitere Ausbaustufe mit hoher Bandbreite vorstellen. Natürlich ist auch hier wieder das Budget und die Vorliebe entscheidend.

Optimalerweise sollten die Komponenten des Antriebs von einem Hersteller stammen, um die bestmögliche Funktionalität zu gewährleisten. Es lassen sich auch Produkte unterschiedlicher Hersteller mischen. Das empfehlen wir aber aufgrund der vielen Standards und Ausführungen nur erfahrenen Nutzern, die wissen, was miteinander funktioniert. Wer schließlich sein MTB selbst zusammenstellen möchte, will am Ende auch ein funktionierendes Bike, das keine unnötigen Probleme bereitet.

Weitere Faktoren bei der Auswahl des Antriebs sind die Kurbellänge, die Kettenblattgröße und die Anzahl der möglichen Ritzel auf der Kassette. Letzteres hängt von der Nabe und dem Rahmen ab. Fast alle modernen Frame-Sets sind aber bereits für 1×11/12-Antriebe vorbereitet.

Kompatibles Innenlager

Ein Teil, das speziell zum Rahmen passen muss, ist das Tret- beziehungsweise Innenlager. Falls möglich, kommt hier ein Modell aus der gewählten Antriebsgruppe zum Einsatz, um die Kompatibilität mit der Kurbel und damit die optimale Funktion gewährleisten zu können. Dennoch sind auch an dieser Stelle wieder verschiedene Varianten zu unterscheiden. Wer sein MTB selbst zusammenstellen will, muss eben wissen, ob der Rahmen über ein Pressfit-Tretlager oder die geschraubte BSA-Ausführung verfügt. Bei der letztgenannten Variante sitzen die Lager in Schalen außerhalb des Rahmens. Pressfit-Lösungen werden – wie die Bezeichnung bereits vermuten lässt – ähnlich wie die ZS-Steuersätze eingepresst. Andere Arten von Innenlagern sind bei modernen Mountainbikes eher sehr selten.

Aber auch bei dieser Komponente gilt, dass der Rahmenhersteller die benötigte Art und das Maß vorgibt. Zudem sind die meisten am Markt erhältlichen Innenlager für mehrere Breiten geeignet, was durch die mitgelieferten Spacer ermöglicht wird.

Unsere Wahl: Shimano XT M8000 Antrieb

Wir haben einen kompletten Shimano-XT-Antrieb gewählt, weil die Komponenten eine super Preis-Leistung aufweisen und die Performance von der Top-Gruppe nur marginal abweicht.

MTB selbst zusammenbauen: In 12 Schritten das perfekte Bike planen

Die einzelnen Bauteile stellen wir in dem folgenden Artikel näher vor:

Shimano XT M8000-Antrieb [Vorstellung]

Plattform- oder Klick-Pedale?

Um den Antrieb zu komplettieren müssen noch geeignete Pedale her. Hier stehen zwei Optionen zur Auswahl: Plattform- oder Klickpedale. Letztere sind eher für Touren-Biker und jene geeignet, deren Fahrstil kein schnelles Absetzen des Fußes voraussetzt. Im Gravity-Bereich kommen hingegen vermehrt Plattformpedale zum Einsatz. Schnelle Haltungswechsel mit mehrmaliger Fußkorrektur sind bergab damit leichter zu realisieren.

MTB selbst zusammenbauen: In 12 Schritten das perfekte Bike planen

Mittelgroße Plattformpedale von Acros

Gespart werden sollte an dieser Stelle nicht, da die Pedale die Verbindung zwischen Fahrer und Bike herstellen. Mindestens 50 Euro sollten hierfür eingeplant werden. Wichtig sind vor allem die Lagerung und die Abdichtung. Grundsätzlich gilt: Je härter das Gelände ausfällt, umso stabiler sollten der Pedalkörper und die Achse inklusive der Lager ausfallen. Wichtig ist auch, dass gerade bei Plattformpedalen ein guter Grip gegeben ist. Vor allem Art, Anzahl, Länge und Positionierung der Pins sind bedeutende Indikatoren für einen guten Halt – entsprechend griffiges Profil der Bike-Schuhe vorausgesetzt.

Ansonsten sollte das jeweilige Pedal auch in der passenden Größe ausgewählt werden. Verschiedenen Hersteller wie Acros und Spank bietet diverse Modelle inzwischen in unterschiedlichen Größen an.

Unsere Wahl: Acros A Flat MD

Bei unserem Enduro setzen wir auf das Acros A Flat MD. Dieses Plattform-Pedal bietet einen guten Halt und entspricht der passenden Größe. Eine XL-Option ist davon ebenfalls erhältlich.

MTB selbst zusammenbauen: In 12 Schritten das perfekte Bike planenMehr Details zu dem Pedal-Modell:

Acros A-Flat MD: Robustes Plattform-Pedal [Vorstellung]

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