Das Stevens Sledge Max bildet die neue Spitze im Enduro-Sortiment der Hamburger Fahrradschmiede und wartet mit einer hochwertigen Ausstattung auf. Verbaut sind ab Werk ein  Fox-Factory-Fahrwerk mit 170 respektive 160 Millimetern Hub sowie Komponenten aus der Shimano-XT-Gruppe, wodurch bereits der solide Aufbau und die damit einhergehende Bergab-Optimierung deutlich werden. Dennoch soll das Stevens Sledge Max als kompromissloses Enduro überzeugen, das auch den ein oder anderen Anstieg ohne unnötige Kraftverschwendung bewältigen kann. Ob das Gesamtpaket in Anbetracht des vergleichsweise günstigen Preises stimmt, haben wir für euch getestet.

Stevens Sledge Max im Test: Enduro mit Fox-Factory-Fahrwerk

Stevens hat das eigene Enduro-Sortiment mit dem Sledge Max nach oben hin ausgebaut und im Rahmen der Eurobike 2015 als neues Top-Modell vorgestellt. Gegenüber den beiden bisherigen Ablegern dieser Serie, wurde der Fokus ganz klar auf Bergabtauglichkeit gelegt, weswegen der Hersteller auf ein Fahrwerk mit 170 beziehungsweise 160 Millimetern Federweg an der Front und am Heck setzt. Zusammen mit dem 1×11-Antrieb und den soliden XT-Komponenten soll das Enduro damit für maximalen Spaß gerüstet sein. Zwar kommt weiterhin der bekannte Rahmen mit unveränderter Geometrie zum Einsatz, im Detail haben die Hamburger aber einiges optimiert und das Gewicht reduziert. Ob sich das Stevens Sledge Max letztlich gegen die starke Konkurrenz behaupten kann und für einen Preis weit unterhalb von 4.000 Euro überzeugt, klären wir in diesem Test.

Das Stevens Sledge Max im Detail

Rahmen / Hinterbau

Stevens setzt beim neuen Top-Modell der Sledge-Familie auf die bekannte Rahmen-Plattform aus 7005-Aluminium mit dem geschwungenen Rohrsatz, wodurch die bisherige Optik weiterhin erhalten bleibt. Dabei bildet das kurvige Oberrohr mit den Sitzstreben eine Linie und endet deshalb recht tief unterhalb des Sattels. Dies führt zu einer geringeren Überstandshöhe und mehr Beinfreiheit für den Fahrer, um bei schnellen Kurvenfahrten oder steilen Anlegern das Gewicht optimal verlagern zu können.

Dem gegenüber steht das solide Unterrohr, welches recht breitflächig am Tretlager endet. Auffällig hierbei ist jedoch, dass in diesem Bereich keine zusätzlichen Versteifungen verschweißt worden sind. Ob sich das negativ auf die die Stabilität auswirkt, klären wir im Praxis-Absatz. Über dem Tretlager befindet sich dann wie gewohnt der Umlenkpunkt des Viergelenkers. Auf der gegenüberliegenden Seite wurde die untere Dämpferaufnahme integriert.

Der Hinterbau ist laut dem Hersteller mit neuen Schmiedeteilen versehen ist, was letztlich zu einer Gewichtsersparnis führt. Entsprechend großzügig dimensionierte Lager, dürften hierbei auch für die nötige Langlebigkeit und Stabilität sorgen. Die Hinterbau-Konstruktion des Stevens Sledge Max soll zudem effizient arbeiten und entspricht einer „ausgewogenen Enduro-Geometrie“. Hinter dieser Bezeichnung versteckt sich sicherlich ein antriebsneutraler Viergelenker, der dem Hersteller nach mit einer guten Sensibilität und zum Federwegsende hin mit steigender Progression aufwarten kann.

Ein weiteres Merkmal des Aluminium-Rahmens im Raw-Look sind die innenverlegten Züge mit dem Management-System: Die Leitungen verlaufen über Kunststoffabdeckungen in die Rohre, was Klappern und einer Verschmutzung entgegenwirkt. Dabei bietet das Stevens Sledge Max aber genügend Öffnungen um beispielsweise auf einen Zwiefach-Antrieb umzurüsten. Nicht genutzte Löcher verdecken die Hamburger mit Blindstopfen. Die Abdeckungen sind mit jeweils einer kleinen Inbus-Schraube fixiert und können dadurch nicht herausfallen oder verrutschen.

An der antriebsseitig verlaufenden Kettenstrebe ist zum Schutz des Materials ein Kunststoffprotektor verschraubt. Damit ersetzt Stevens den sonst üblichen Textilschlauch. Im Falle unseres Test-Bikes waren die Befestigungsschrauben leider angerostet, was beim Serienmodell nicht mehr passieren soll.

Stevens Sledge Max im Test: Enduro mit Fox-Factory-Fahrwerk

Geometrie

Wie bereits erwähnt, setzt Stevens beim Sledge Max auf den bewährten Rahmen und übernimmt damit auch die entsprechenden Geometriedaten. Letztere fallen für ein Enduro recht moderat aus, genauso wie der Radstand. Das alles spricht zusammen mit den 430 Millimeter kurzen Kettenstreben für ein agiles Fahrverhalten. Hinsichtlich Sitz- und Lenkwinkel orientiert sich der Hersteller an den Mitbewerbern und setzt auf 74,6 und 66,0 Grad bei Rahmengröße M. Ebenfalls durchschnittliche Werte.

Stevens Sledge Max im Test: Enduro mit Fox-Factory-Fahrwerk

Auf eine Geometrieverstellung müssen Käufer des Stevens Sledge Max verzichten, denn auf eine entsprechende Mechanik zum Justieren wurde verzichtet.

Die folgende Tabelle zeigt die Geometrie-Daten des Stevens Sledge Max:

Rahmengröße

16

18

20

22

Sitzrohrlänge420 mm450 mm480 mm510 mm
Sitzrohrwinkel75,4 Grad74,6 Grad74,3 Grad74,0 Grad
Obberrohrlänge565 mm585 mm605 mm625 mm
Steuerrohrlänge110 mm110 mm110 mm130 mm
Lenkwinkel66,0 Grad66,0 Grad66,0 Grad66,0 Grad
Kettenstrebenlänge430 mm430 mm430 mm430 mm
Reach412 mm431 mm452 mm465 mm
Stack603 mm603 mm603 mm622 mm
Tretlagerabsenkung-12 mm-12 mm-12 mm-12 mm
Federweg (Front/Heck)170/160 mm170/160 mm170/160 mm170/160 mm
Laufradgröße27,5 Zoll27,5 Zoll27,5 Zoll27,5 Zoll

Design / Optik

Optisch sticht das Stevens Sledge Max aus der Enduro-Familie der Hamburger ganz klar heraus: Der Alu-Raw-Look in Kombination mit den schwarzen und orangen Farbakzenten sorgt für ein besonderes Design, das sicherlich vielen gefallen dürfte, zumal sich die hochwertigen Fox-Factory-Federelemente homogen in das Gesamtbild einfügen. Wer auf den rohen Style steht, der nimmt die Verarbeitungsspuren auf der Aluminiumoberfläche gerne in Kauf. Zum Schutz vor Korrosion wurde der Rahmen mit Klarlack überzogen.

Verbaut haben wir an unserem Testrad die Sudpin-IV-Pedale von NC-17, um den Raw-Look nicht zu unterbrechen.

Optisch sticht das Stevens Sledge Max aus der Enduro-Familie der Hamburger ganz klar heraus: Der Alu-Raw-Look in Kombination mit den schwarzen und orangen Farbakzenten sorgt für ein besonderes Design, das sicherlich vielen gefallen dürfte, zumal sich die hochwertigen Fox-Factory-Federelemente homogen in das Gesamtbild einfügen. Wer auf den rohen Style steht, der nimmt die Verarbeitungsspuren auf der Aluminiumoberfläche gerne in Kauf. Zum Schutz vor Korossion wurde der Rahmen mit Klarlack überzogen. Verbaut haben wir an unserem Testrad die Stupid-IV-Pedale von NC-17, um den Raw-Look nicht zu unterbrechen.

Ausstattung

Fahrwerk

Ein wirkliches Highlight des Stevens Sledge Max ist das Fahrwerk, denn die Hamburger verbauen am Heck und an der Front nur die Top-Komponenten von Fox mit reibungsarmer Kashima-Beschichtung. Hierdurch wird klar, dass der Hersteller bei den Federelementen keine Kompromisse eingehen wollte. Genauer kommen als Dämpfer und Gabel der Fox Float X Factory Kashima beziehungsweise die Fox 36 Float Factory Kashima zum Einsatz. Letztere bietet 170 Millimeter Hub und ist mit der neuen FIT4-Technik ausgestattet. Mehr Infos zur Gabel und deren Technologie findet ihr in unserer Übersicht: Fox Forks 2016

Bei der vierten Generation der Fox Isolated Technology handelt es sich um eine vollgekapselte Patrone, welche die drei Druckstufenpositionen „OPEN“, „MEDIUM“ und „FIRM“ bereitstellt. Damit lässt sich das Federverhalten während der Fahrt entsprechend an die Geländebedingungen anpassen. Außerdem sorgt die FIT4-Dämpfung für ein besseres Ansprechverhalten. Ein Merkmal, was nur die Factory-Version der Fox 36 aufweist: Die Einstellung der Lowspeed-Druckstufe ist über ein Rädchen im offenen Modus mit 22 Klicks möglich.

Der am Heck verbaute Dämpfer lässt sich ebenfalls als eine der besten Optionen für ein Enduro-Bike bezeichnen, denn das Modell verfügt über die für diesen Einsatzzweck nötigen Features und ist mit einem Custom-Tune versehen. Das spezielle Setting soll mit der Hinterbau-Charakteristik des Stevens Sledge Max gut harmonieren und eine ordentliche Performance garantieren. Dank Piggy-Back dürfte der Dämpfer auch bei langen Abfahrten und maximaler Belastung eine gleichbleibende Leistung dauerhaft aufrechterhalten können.

Gegenüber dem Vorgängermodell spricht der Float X Factory 2016 durch eine Optimierung seitens Fox sowie die vergrößerte Negativ-Luftkammer in Form der EVOL-Option besser an und sorgt dadurch für eine bessere Stoßdämpfung sowie Kontrolle auf dem Trail. Ansonsten stellt das Luftfederbein einen Wahlhebel für die drei Schnelleinstellungen „OPEN“, „MEDIUM“ und „FIRM“ bereit. Dadurch wird es dem Fahrer ermöglicht, den Hinterbau mit einem Handgriff ganz simpel an verschiedene Gelände-Typen anzupassen. Zusätzlich kann das Ansprechverhalten der offenen Einstellung über einen zweiten Knopf in drei feinen Stufen verändert werden. Weitere Informationen zum Dämpfer und den integrierten Technologien, findet ihr in der folgenden Zusammenfassung: Fox Shocks 2016

Eine Eigenheit jedes Float-X-Dämpfers ist das recht schwer zugängliche Rebound-Rädchen. Selbiges lässt sich nur mittels Werkzeug verstellen. Auf Nachfrage bei Fox wurde uns mitgeteilt, dass es sich dabei um eine konstruktionsbedingte Lösung handelt:

Die Positionierung des Rebound-Verstellers beim Float X ist rein technischer Natur, also dem technischen Aufbau des Dämpfers geschuldet. Durch den Ausgleichsbehälter können wir das Reboundrädchen nicht vor den Dämpfer platzieren, wie zum Beispiel beim Float DPS. Der Einsteller muss jedoch oben am Eyelet (das schwarze Bauteil) sitzen. Somit ist nur die aktuelle Position die einzig technisch vernünftige und praktikable.
– Chris Trojer, European Marketing Communications Manager Fox

Cockpit

Das Cockpit des Stevens Sledge Max setzt sich in der Basis aus Komponenten von Syntace zusammen, denn der Vorbau und der Lenker stammen von dieser Marke. Die Breite von 780 Millimetern fällt für ein Enduro-Bike mittlerweile üblich aus. Dank der kombinierten Halterung für die Schalt- sowie Bremshebel aus der Shimano-XT-Gruppe wird Gewicht und auch Platz am Lenker gespart. Daraus resultiert ein sehr aufgeräumtes Cockpit.

Daneben ist am Lenker lediglich der Remote-Hebel der Vario-Sattelstütze aus dem Hause Kind Shock zu finden. Dieser ist aber recht unauffällig neben dem linken Griff und damit gut erreichbar positioniert.

Stevens Sledge Max im Test: Enduro mit Fox-Factory-Fahrwerk

Der ansprechende Eindruck vom Cockpit wird durch die ordentlich proportionierten Leitungen verstärkt, weil deren Länge optimal gewählt ist. Um das konische Steuerrohr dennoch vor Schleifspuren zu schützen, hat Stevens kleine Gummierungen an den entsprechenden Positionen der Züge installiert.

Sitzbereich

Beim Sattel greift Stevens auf ein Modell der Eigenmarke Oxygen in den passenden Farben Schwarz und Orange zurück. Dank strukturierter Flächen wird ein Verrutschen auf der Sitzfläche verhindert.

 

Montiert ist der Sattel auf einer Vario-Stütze von Kind Shock. Zum Einsatz kommt ab Werk das Modell LEV Integra mit 125 Millimetern Hub und ergonomischen Hebel. Bei unserem Testrad ist allerdings die Kind Shock Cruxi verbaut. Verlegt ist der Zug der Sattelstütze innen im Rahmen und wird  nur im Bereich des Tretlagers nach Außen geführt.

Antrieb

Dem aktuellen Trend folgend, ist das Stevens Sledge Max mit einem 1×11-Antrieb ausgestattet. Ein Großteil der dazugehörigen Komponenten stammt aus der XT-Gruppe von Shimano. Demensprechend befindet sich ein Shadow-Plus-Schaltwerk mit Dyna-Sys-II-Technik am Ausfallende. Kette und Kassette entspringen ebenfalls der Shimano-XT-Familie.

Lediglich bei der Kurbel samt Ritzel nutzt Stevens ein Produkt von Race Face: Die Turbine DM32 ist mit einem 32er-Kettenblatt ausgestattet und wiegt etwas weniger als das XT-Gegenstück von Shimano.

Stevens Sledge Max im Test: Enduro mit Fox-Factory-Fahrwerk

Um die Kette auch im rupiigem Gelände an der vorgesehene Position zu halten, verbaut Stevens die LG1-Kettenführung von e*thirteen mit Stahl-Backplate und Bashguard an der vorhandenen ISCG-Halterung.

Laufräder

Das Stevens Sledge Max verfügt ab Werk über Laufräder von DT Swiss. Selbige entspringen der Enduro-Serie und tragen die Bezeichnung „E 1700 Spline Two Disc“. Zum Einsatz kommen die Varianten mit Boost-Naben und 100 respektive 148 Millimetern Einbaubreite an Front beziehungsweise am Heck. DT Swiss verspricht, dass die Laufräder geringes Gewicht mit hoher Stabilität und Steifigkeit optimal verbinden.

Erreicht wird dies unter anderem durch die verwendeten Straightpull-Speichen und -Naben. Letztere verfügen zudem über das patentierte Ratchet-Freilauf-System mit hochpräzisen Zahnscheiben, wodurch laut Hersteller höchste Belastbarkeit und Zuverlässigkeit garantiert werden. Die Wartung soll ebenfalls sehr einfach erfolgen. Ausgelegt sind die DT Swiss E 1700 Spline für ein maximales Systemgewicht von 130 Kilogramm.

Stevens Sledge Max im Test: Enduro mit Fox-Factory-Fahrwerk

Auf den Felgen mit 25 Millimetern Innenweite sitzen Reifen von Schwalbe. Stevens verbaut allerdings zwei unterschiedliche Modelle mit 2,35 Zoll Breite. An der Front ist der Schwalbe Magic Mary EVO in der Trailstar-Version mit SnakeSkin-Seitenwand zu finden. Hinten wurde der Hans Dampf EVO verbaut. Auch dieser kommt in der Trailstar-Variante mit SnakeSkin-Technik zum Einsatz. Beide Reifen bieten ähnliche Eigenschaften was Rollwiderstand und Grip angeht. Prinzipiell ist diese Kombination bewährt, denn der Magic Mary ist traktionsstark, wogegen der Hans Dampf etwas besser rollt.

Da Felgen und Reifen beide „Tubeless Ready“ sind, lässt sich das Stevens Sledge Max relativ einfach auf den schlauchlosen Betrieb umrüsten. Dadurch kann nochmals Gewicht gespart und der Grip erhöht werden.

Bremssystem

Die Bremsen des Stevens Sledge Max reihen sich ebenfalls in die XT-Serie von Shimano ein. Ausgestattet mit jeweils einem 2-Kolben-Sattel an Front sowie Heck und in Kombination mit den großen 203-Millimeter-Bremsscheiben, dürfte sich das neue Enduro zuverlässig und schnell verzögern lassen. Bereits beim Betrachten des XT-Bremssattels wird klar, dass die Variante mit IceTech-Belägen verbaut ist. Die kleinen Kühlkörper sollen Fading vermindern und eine optimale Performance auch bei langen, anspruchsvollen Abfahrten garantieren.

Shimano hat an der XT-Bremse gegenüber dem Vorgänger den Zylinder und die Hebel verändert, was zu einem besseren Feedback und einer höheren Performance führen soll. Zu den weiteren Features gehören die werkzeuglose Einweg-Entlüftung sowie das kompakte Design, was Gewicht und Platz spart.

Stevens Sledge Max im Test: Enduro mit Fox-Factory-Fahrwerk

Ergonomische Zwei-Finger-Hebel mit Griffweiten- und Druckpunkteinstellung sowie die I-Spec-Befestigung, an der auch die Schaltgriffe platzsparend minimiert werden können, runden das Paket ab.

Stevens Sledge Max im Test: Enduro mit Fox-Factory-Fahrwerk

Gewicht

Gegenüber den bisherigen Sledge-Ablegern, konnte Stevens am Rahmen 400 Gramm Gewicht einsparen. Dies erreicht der Hersteller unter anderem durch dreifach konifizierte Rohre und kleinere Schmiedeteile. Auch der fehlende Farblack trägt positiv zur Gewichtsreduzierung bei. Insgesamt kommt das Stevens Sledge Max so auf 13,9 Kilogramm und ist trotz robusteren Komponenten und der langhubigen Gabel leichter als die beiden anderen Ableger der Baureihe.

Wer allerdings entgegen der Gewichtsoptimierung auf maximale Pannensicherheit setzen will, sollte die SnakeSkin-Reifen von Schwalbe gegen die SuperGravity-Varianten austauschen. Dadurch wird das Bike um rund 500 Gramm schwerer.

Erweiterungsmöglichkeiten

Erweitern lässt sich das Stevens Sledge Max durch einen SideSwing-Umwerfer auf einen Zweifach-Antrieb. Damit steigen die Übersetzungsbandbreite und die Klettereigenschaften.

Stevens Sledge Max im Test: Enduro mit Fox-Factory-Fahrwerk

Verarbeitung

Die Verarbeitungsqualität des Stevens Sledge Max liegt auf einem hohen Niveau, denn im Gesamten sind keinerlei gravierende Mängel am Bike festzustellen. Den guten Eindruck verstärken die teilgeschliffenen Schweißnähte, die sauber und gleichmäßig ausgeführt sind. Auch hinsichtlich der Lackierung gibt es keinen Grund zur Kritik. Die sichtbaren Verarbeitungsspuren auf der Aluminiumoberfläche gehören zur Charakteristik des Raw-Looks. Einzig an den aufgeklebten Decals zeigen sich schnell Abnutzungsspuren.

Praxis/Fahreigenschaften

Bevor es mit dem Stevens Sledge Max auf unsere Teststrecke gehen konnte, mussten wir natürlich das Fahrwerk kurz einstellen. Mittels der ausführlichen Anleitung von Fox und den Setting-Empfehlungen war das Enduro dann auch nach wenigen Handgriffen startklar. Um den Dämpfer auf dem Trail dann nachträglich noch Feintunen zu können, muss ein passendes Werkzeug mitgenommen werden, da sich das Rebound-Rädchen nur damit nachjustieren lässt.

Stevens Sledge Max im Test: Enduro mit Fox-Factory-Fahrwerk

Bei der ersten Ausfahrt überzeugte das Stevens Sledge Max auf Anhieb mit einem sehr angenehmen Fahrgefühl, was der moderaten Geometrie und der daraus resultierenden, komfortablen Sitzposition zuzuschreiben ist. Das Tretlager liegt dabei stets zentral unter dem Fahrer, auch wenn aus dem Sattel herausgegangen wird. An der ersten Abfahrt zeigte sich dann auch direkt, was das Fox-Factory-Fahrwerk zu leisten imstande ist: Unebenheiten wie kleine Wurzeln oder Steine werden einfach weggebügelt und dringen kaum spürbar zum Fahrer vor. Dennoch reicht das Feeback aus, um den Untergrund einschätzen und das Stevens Sledge Max entsprechend manövrieren zu können. Gabel und Dämpfer harmonieren mit den richtigen Settings optimal miteinander. Doch auch wenn es wirklich ruppig zur Sache geht, fühlt sich das Fahrwerk nicht überfordert an und kann dank der zum Ende hin progressiv verlaufenden Kennlinie weitere Reserven zur Verfügung stellen. Außerdem steht das Enduro sauber im Hub: Weder die Fox 36 Factory, noch der Hinterbau mit Float-X-Dämpfer sacken im Federweg ein.

Stevens Sledge Max im Test: Enduro mit Fox-Factory-Fahrwerk

Durch die moderate Geometrie ließ sich das Stevens Sledge Max agil bewegen, ohne auf ein gewisses Sicherheitsgefühl verzichten zu müssen. Hierfür scheint der Hersteller ein gutes Verhältnis gefunden zu haben. Während des Tests fühlte sich das Bike jedenfalls stimmig an. Bei extrem schnellen Passagen zeigt sich dann aber doch, dass ein vergleichbares Enduro mit längerem Rahmen mehr Laufruhe und Spurstabilität vermittelt.

Stevens Sledge Max im Test: Enduro mit Fox-Factory-Fahrwerk

Auch bergauf kann das Stevens Sledge Max vergleichsweise entspannt pedaliert werden. Trotz 170 Millimetern Federweg an der Front sind durchschnittliche Steigungen problemlos zu bewältigen. Erst, wenn ein harter Anstieg bevorsteht, werden viel Kraft sowie Kondition vom Fahrer abverlangt, was zum einen an der Übersetzung bedingt durch den 1×11-Antrieb und zum anderen an dem langhubigen Fahrwerk liegt. Gerade beim Bergauffahren zeigt sich, dass der Hinterbau wegen des sehr sensiblen Ansprechverhaltens nicht ganz antriebsneutral arbeitet. Das Wippen lässt sich dann nur durch das Verändern der Druckstufendämpfung unterbinden. Gerade schweren Fahrern wird zudem auffallen, dass sich der Rahmen um das Tretlager schon bei relativ geringen Pedalkräften leicht verwindet.

Stevens Sledge Max im Test: Enduro mit Fox-Factory-Fahrwerk

Ansonsten haben die restlichen Komponenten während des gesamten Testzeitraums den Dienst einwandfrei verrichtet, auch wenn die Kind-Shock-Sattelstütze das ein oder andere Mal klemmte. Die Eigenheit der XT-Bremse, die wir beim Test des Ghost SL AMR X 7 bemerkt hatten, trat beim Stevens Sledge Max zwar auch auf, aber nicht in einer solch ausgeprägten Form. Für die Besserung sind scheinbar die größeren Scheiben verantwortlich. Leichteren Fahrern dürfte der leicht wandernde Druckpunkt ohnehin kaum auffallen. Auf Nachfrage bei Shimano Deutschland wurde uns folgendes Mitgeteilt:

Die große Mehrheit der Nutzer erlebt unter allen denkbaren Umständen exzellente Bremsperformance, lediglich sehr erfahrene Anwender können unter Umständen minimale Variationen im Bremsgefühl wahrnehmen, wenn bei der Montage und beim Setup geringe Abweichungen auftreten. Daher raten wir Fahrern, bei denen ein solcher Fall auftritt, sich an ihr nächstgelegenes SHIMANO Service Center zu wenden.

Stevens Sledge Max im Test: Enduro mit Fox-Factory-Fahrwerk

Anhand unserer Fahreindrücke können wir also behaupten, dass Stevens ein ordentliches Ausstattungspaket geschnürt hat. In Zusammenspiel mit dem Rahmen, lässt sich das Enduro breitgefächert einsetzen: Von der halbwegs entspannten Tour bis hin zum Bike-Park deckt das Sledge Max alles ab. Kleine Kompromisse müssen aber wie bei den meisten Enduros eingegangen werden.

Fazit

Mit dem Sledge Max erweitert Stevens nicht nur das eigene MTB-Portfolio um ein neues Top-Modell, sondern hat damit auch ein spaßiges Enduro mit hervorragendem Fahrwerk in petto. Gerade die Federelemente von Fox Factory verleihen dem Bike ein ordentliches Bergabpotenzial und sorgen für die nötige Sensibilität, um selbst ruppige Abfahrten sauber meistern zu können. Auch die restliche Ausstattung wirkt durchdacht gewählt, denn an den wichtigen Stellen kommen robuste und zuverlässige Komponenten zum Einsatz: Bremsen und Antriebsteile aus der Shimano-XT-Gruppe, DT-Swiss-Laufräder mit traktionsstarken Schwalbe-Reifen sowie das Syntace-Cockpit runden das Stevens Sledge Max ab.

Allerdings haben wir auch ein paar kleine Schwachpunkte am neuen Enduro der Hamburger gefunden. Dazu gehören unter anderem der nicht ganz antriebsneutrale Hinterbau und die teilweise störrische Kind-Shock-Sattelstütze. Auch der Bereich um das Tretlager dürfte für schwerere Fahrer etwas stabiler gebaut sein. Zudem hätte Stevens gerne auf die Versionen der eingesetzten Schwalbe-Reifen mit höherer Pannensicherheit setzten können. Dennoch wird mit den Snakeskin-Ablegern viel Gewicht gespart.

Alles in allem ist das Stevens Sledge Max aber wirklich gelungen und bietet viel Fahrspaß zu einem fairen Preis von 3.699 Euro. Wer also ein Enduro mit sehr gutem Preis-Leistungsverhältnis sucht, sollte zugreiffen. Infolgedessen vergeben wir unseren Value-Award und sprechen eine Kaufempfehlung aus:

value_award

An dieser Stelle möchten wir Stevens für die Bereitstellung des Sledge Max danken!

Über Stevens

Stevens ist einer der führenden Fahrradhersteller Deutschlands mit Sitz in Hamburg. Die Modellpalette umfasst Renn- und Cyclocrossräder, Trekking- und Citybikes, Mountainbikes, Pedelecs und schnelle E-Bikes sowie Kinderräder. Stevens Bikes werden in über 30 Ländern verkauft. In Deutschland erfolgt der Vertrieb ausschließlich über den Fahrradfachhandel.

Wertung

88%
88%
Kaufempfehlung!
  • Design / Optik
    10
  • Verarbeitung
    9
  • Ausstattung
    9
  • Fahrwerk
    9
  • Downhill-Performance
    9
  • Uphill-Performance
    8
  • Touren-Tauglichkeit
    8
  • Gewicht
    9
  • Steifigkeit
    8
  • User Ratings (10 Votes)
    7.7
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3 Kommentare

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