Mit der Forerunner 735XT bietet Garmin eine Multisportuhr an, die viele Features mit nützlichen Funktionen verbindet. Dabei bringt das Modell für ambitionierte Sportler vergleichsweise wenig auf die Waage – trotz langer Akkulaufzeit, integriertem GPS und wasserdichtem Aufbau. Doch nicht nur die technischen Daten versprechen bereits einiges, auch bei der Software spielt die Garmin Forerunner 735XT ganz vorne mit: Neben einem massiven Informationsumfang, bietet die GPS-Multisportuhr eine große Auswahl an vordefinierten Sportarten, die sich auch noch anpassen lassen. Wir haben das Modell mit integrierten Puls-Messer einige Tage lang für euch getestet. Das Ergebnis findet ihr in diesem Artikel.

Garmin Forerunner 735XT: Wasserdichte GPS-Multisportuhr mit Puls-Messer im Test

Sporttracker sowie Smartbands werden immer beliebter und helfen beim Aufzeichnen beziehungsweise Auswerten der sportlichen Aktivitäten. Außerdem gibt diese Art von Uhren einen umfangreichen Überblick über die eigene Fitness und im gewissen Maß auch über die körperliche Verfassung. Doch die Entwicklung wird stetig fortgesetzt, weshalb die Hersteller immer mehr Funktionen implementieren. Den aktuellen Stand stellt hierbei beispielsweise die Garmin Forerunner 735XT dar, die beim Blick auf das Datenblatt keine Wünsche offenlässt. Ob der Umfang an Features und Funktionen sowie deren Umsetzung in der Praxis überzeugen konnten, haben wir für euch ausprobiert.

Die Features der Garmin Forerunner 735XT im Überblick

  • Art: GPS-Multisportuhr mit Herzfrequenzmessung
  • Abmessungen: 45 x 45 x 11,7 Millimeter
  • Gewicht: 40,2 Gramm
  • Display: Farb-LCD, transflektives MIP-Display, Hintergrundbeleuchtung
  • Anzeige: 1,23 Zoll, 215 x 180 Pixel
  • Touch-Funktion: nein
  • Material: Kunststoff, Silikon
  • Betriebssystem: Garmin-Eigenentwicklung
  • Wasserdicht: ja, bis zu 50 Meter
  • Batterielaufzeit: bis zu 11 Tage (Smart-Modus), bis zu 14 Stunden (GPS-Modus), bis zu 24 Stunden ohne Herzfrequenzmessung am Handgelenk (UltraTrac-Modus)
  • Aktivitäten: Laufen (Indoor/Outdoor), Radfahren (Indoor/Outdoor), Schwimmen (Indoor/Outdoor), Triathlon, Duathlon, Koppeltraining, Trailrunning, Langlauf, Paddelsportarten, Wandern, Bergsteigen, Krafttraining, uvm.
  • Messungen: Schrittzahl, Gelaufene Distanz, Schlaf, Herzfrequenz, Aktivität,
  • Sensoren: GPS, GLONASS, Beschleunigungsmesser, Kompass, Herzfrequenzmesser
  • Verbindung: Bluetooth , ANT+, USB
  • Smartwatch-Funktionen: Kalender, Wetteransicht, Musiksteuerung, Telefon suchen, Tracking, Virb-Fernbedienung
  • Smart-Notifications: Alarm, Email, SMS, WhatsApp, Termin, Anruf, Social Media, Google Maps
  • Smartphone-App: ja (Android, Apple, Windows Mobile)
  • Widgets: Connect-IQ-Apps

Verpackung und Lieferumfang

Die Garmin Forerunner 735 XT steckt in einem kompakten Karton, der mit den nötigsten Infos und allerlei Bildern bedruckt ist. Unter dem Deckel versteckt sich dann die Uhr hinter einer transparenten Kunststoffabdeckung.

Ansonsten gibt der Hersteller dem Käufer das obligatorische Ladegerät und ein Bundle aus Handbüchern in vielen Sprachen mit.

Der Hersteller bietet die Sport-Uhr auch noch in weiteren Packages mit Brustgurten an.

Die Garmin Forerunner 735XT im Detail

Einfaches Design und wasserdicher Aufbau

Garmin setzt bei der Forerunner 735XT auf ein schlichtes Design ohne große Besonderheiten. Obwohl das Modell hinsichtlich der Form nahe an einer konventionellen Uhr liegt, sticht doch der übermäßige Einsatz von Kunststoff hervor. Das Gehäuse und die seitlichen Tasten wirken daher weniger hochwertig und auch die Resistenz gegen Beschädigungen dürfte damit geringer als bei einer Lösung mit Metallumrandung ausfallen. Ein Vorteil ergibt sich aber aus der Materialwahl: Mit knapp 40 Gramm gehört die Garmin Forerunner 735XT zu den leichten GPS-Multisportuhren.

Garmin Forerunner 735XT: Wasserdichte GPS-Multisportuhr mit Puls-Messer im Test

Zusätzlich hat Garmin die Sport-Uhr so konstruiert, dass der Träger damit bis zu 50 Meter unter Wasser tauchen kann. Somit darf die Forerunner 735XT durchweg am Arm behalten werden – egal ob beim Schwimmen, Duschen oder im Regen. Gedanken über eine Beschädigung durch Nässe braucht sich daher keiner machen.

Garmin Forerunner 735XT: Wasserdichte GPS-Multisportuhr mit Puls-Messer im Test

Das Armband ist aus Silikon gefertigt und bietet somit einen guten Schutz gegen ein ungewolltes Verrutschen. Hinzukommen die zahlreichen, nah beieinanderliegenden Öffnungen für den Verschluss. Dadurch sollte jeder Träger eine bequeme Einstellung finden können. Die beiden Armbandhälften lassen zusätzlich sich am Gehäuse sehr weit biegen, was zum einen die Handhabung beim Anlegen verbessert und zum anderen das Material schont.

Garmin Forerunner 735XT: Wasserdichte GPS-Multisportuhr mit Puls-Messer im Test

Farb-Display ohne Touch-Funktion

Integriert ist ein LCD-Farb-Display mit einem Durchmesser von 1,23 Zoll und einer Auflösung von 215 x 180 Pixeln. Zum Einsatz kommt eine transreflektive MIP-Variante, die sich bei Sonne oder schlechten Lichtverhältnissen gut ablesen lässt. Zusätzlich gibt es noch eine Hintergrundbeleuchtung, mit der der Display-Inhalt auch bei völliger Dunkelheit zu erkennen ist. Über eine Touch-Funktion verfügt die Garmin Forerunner 735XT allerdings nicht. Die Steuerung erfolgt rein über die Seitentasten.

Integrierte Sensoren und Konnektivität

Im Garmin-Modell steckt ein GPS-Modul, das auch die russische Version GLONASS unterstützt, wodurch eine genauere Messung und eine schnellere Erfassung erfolgt. Ansonsten stehen natürlich die drahtlose Verbindung zu anderen Endgeräten wie Smartphone, Brustgurt oder Wattmessinstrumente über Bluetooth und ANT+ zur Verfügung. Der Herzfrequenzmesser mit den drei Leuchtdioden soll hingegen für genaue Pulswerte sorgen. Ansonsten ist die Multisportuhr mit einem Kompass und einem Beschleunigungssensor ausgestattet. Auf einen barometrischen Höhenmesser wurde hingegen verzichtet.

Garmin Forerunner 735XT: Wasserdichte GPS-Multisportuhr mit Puls-Messer im Test

Software

Auf der Garmin Forerunner 735XT ist ein herstellereigenes Betriebssystem installiert, das viele Funktionen unterstützt und bereits ab Werk bereitstellt.

Menüstruktur

Das Menü bietet eine Vielzahl an Optionen und Anzeigen. Garmin versucht so viele Informationen wie möglich darzustellen, was nicht immer die optimale Lösung ist, denn die Übersichtlichkeit leidet etwas darunter und die Menüstruktur wirkt so insgesamt etwas verschachtelt. Eine gewisse Eingewöhnungszeit wird hier also notwendig.

Sportmodi und Applikationen

Bei den Sportmodi angekommen, findet der Käufer der GPS-Multisportuhr dann allerdings viele Optionen. Dadurch wird unter anderem klar, dass sich das Modell an ambitionierte Sportler richtet, die möglichst viele Daten über die Uhr selbst abrufen wollen. Ab Werk stehen Laufen, Schwimmen und Radfahren in verschiedenen Varianten sowie als Outdoor- beziehungsweise Indoor-Variante oder kombiniert als Triathlon zur Auswahl. Eine eigene Kategorie wie „Mountainbiken“ gibt es bei wie bei vielen anderen Modellen dieser Art leider nicht.

Über Connect-IQ-Apps können aber weitere Sport- oder Aktivitätsmodi und Features hinzugefügt werden. Zu den bereits vorinstallierten Applikationen gehört die Wetteranzeige. Eine Navigationsmöglichkeit oder Standortbestimmung stehen beispielsweise ebenfalls bereit. Um die Connect-IQ-Apps nutzen zu können, muss ein zusätzlicher Account bei Garmin angelegt werden.

Massive Informationsflut

Hardcore-Sportler dürften die Garmin Forerunner 735XT lieben, denn die Fitness-Uhr stellt zusätzlich zu den generellen Informationen extrem viele Daten zur Aktivität bereit. Obligatorische Werten wie Schrittzahl, Distanz, Zeit und Herzfrequenz werden beispielsweise durch die Laufeffizienz, Angaben zur Laktatschwelle sowie Geschwindigkeit und die maximale Sauerstoffaufnahme ergänzt. Manche Funktionen stehen allerdings erst mit einem kompatiblen Brustgurt zur Verfügung. Natürlich lassen sich auch verschiedenen Alarme setzen, um das Training zu verbessern oder vor einer Überlastung zu schützen.

Weitere Funktionen

Die GPS-Multisportuhr kann aber noch mehr: Beispielsweise werden der Kalorienverbrauch und der Schlaf getrackt. Zusätzlich ist die Garmin Forerunner 735XT kompatibel zu Produkten aus der Varia- und Vector-Serie. Auch die Virb-Actioncam oder eine Shimano-Di2-Schaltung lassen sich mit dem Modell steuern.

Watchfaces

Die Garmin Forerunner 735XT verfügt über ein vorgegebenes Design der Zeitanzeige, das sich prinzipiell nicht ändern lässt. Mittels App und einem eigenen Bild kann die Anzeige aber geringfügig personalisiert werden. Nichtsdestotrotz enthält die Vorgabe des Herstellers alle wichtigen Informationen: Neben der Uhrzeit werden Akkuzustand, Verbindung und Datum angezeigt. Der Rest verbirgt sich in den anderen Anzeigen.

Smart-Notifications

Über die Bluetooth-Verbindung erhält die Garmin Foreunner 735XT alle Benachrichtigungen vom Smartphone. Dazu gehören Emails, SMS, WhatsApp-Messages, Termine und Anrufe. Textnachrichten können zudem auf dem Display dargestellt und gelesen werden.

Smartphone-App

„Connect“ heißt die App, die Garmin für das Smartphone anbietet. Dabei handelt es sich um eine Software, die für Android-, Apple- und Windows-Geräte zur Verfügung steht. Eine weitere Version für den PC ist ebenfalls vorhanden. Die Smartphone-Variante stellt nicht nur alle Daten der Uhr in optisch ansprechenden Grafiken dar, sondern bietet zusätzliche Informationen, erlaubt die Verknüpfung mit der Community und ist für die Installation weiterer Connect-IQ-Apps zuständig. Updates lassen sich damit natürlich auch durchführen. Auch hier fällt der enorme Umfang an Informationen auf, den Garmin wie schon bei der Uhr selbst sehr verschachtelt darstellt.

Praxis

Tragekomfort und Bedienung

Aufgrund der leichten Bauweise und des Silikon-Armbands trägt sich die Garmin Forerunner 735XT sehr angenehm und selbst bei dauerhafter Nutzung unauffällig. Die Bedienung erfordert hingegen eine gewisse Einarbeitung, denn die Menüpunkte sind – wie bereits aufgeführt – etwas verschachtelt. An die Steuerung über die insgesamt fünf Knöpfe hat man sich aber schnell gewöhnt.

Garmin Forerunner 735XT: Wasserdichte GPS-Multisportuhr mit Puls-Messer im Test

Der Herzfrequenzmesser steht einige Millimeter aus dem Gehäuse heraus, um die Ermittelung der Werte zu verbessern. Hierdurch entsteht allerdings kein Druckgefühl am Handgelenk, selbst, wenn die Uhr etwas fester anliegt.

GPS-Funktion, Herzfrequenzmessung und Aktivitätsaufzeichnung

Während des Tests konnte die Garmin Forerunner 735XT vor allem mit der Genauigkeit der ermittelten Werte glänzen. Schrittzahl sowie Herzfrequenz lagen nah an den Werten eines externen Schrittzählers und Brustgurtes.

Garmin Forerunner 735XT: Wasserdichte GPS-Multisportuhr mit Puls-Messer im Test

Ähnliches gilt für das GPS-Signal: Die Verbindung war nicht nur schnell aufgebaut, sondern auch sehr genau. Minimale Abweichungen gab es lediglich bei viel Baumbewuchs.

Ein Manko hat das Garmin-Modell allerdings: Aktivitäten müssen immer manuell aktiviert werden. Eine automatische Erkennung ist nicht integriert. Diese Lösung erhöht zwar die Genauigkeit der Werte, vergisst man allerdings die Aktivierung, fehlen die Daten im Verlauf.

Außerdem fiel das Schlaf-Tracking recht ungenau aus, denn die Dauer lag meist unter oder über dem tatsächlichen Wert.

Batterielaufzeit

Garmin gibt eine Batterielaufzeit von elf Tagen ohne GPS-Nutzung an. Bei uns hielt der Akku mit aktiviertem Bluetooth zehn Tage lang durch, was nah an der Herstellervorgabe liegt. Auch mit aktiviertem GPS gab es nur eine minimale Abweichung. Statt der angegebenen 14 Stunden, war die Batterie nach 12 Stunden entleert.

Nutzung auf dem Mountainbike

Natürlich haben wir die Garmin Forerunner 735XT ausführlich auf dem Bike ausprobiert. Dabei überzeugte das Modell mit einer genauen Aufzeichnung der Strecke, wodurch ein nachträgliches Nachvollziehen ganz einfach möglich wird. Auch die ermittelten Werte waren sehr genau. Allerdings fehlt eine spezifische Mountainbike-Aktivität. Road und MTB werden unter „Radfahren“ zusammengefasst, was nicht ganz ideal ist.

Ansonsten fehlt noch ein barometrischer Höhenmesser für exakte Höhenmeter. Die über GPS erfassten Daten sind aber sehr nah am exakten Wert. Ein weiterer Vorteil der Garmin Forerunner 735XT ist die Kompatibilität zu Strava.

Leider verlangt die Uhr durchweg das eingestellte Schrittziel: Selbst, wenn der ganze Tag auf dem Bike verbracht wurde, verlangt die Uhr weiterhin, dass noch gelaufen wird. Generell werden Aktivitäten ohne Schritte nicht in die Wertung einbezogen.

Fazit

Garmin bietet mit der Forerunner 735XT eine hervorragende GPS-Multisportuhr an, die durch den enormen Umfang an Funktionen, Informationen und Erweiterungsoptionen glänzen kann. Hierbei wird aber auch direkt klar, dass ambitionierte Sportler im Fokus des Herstellers liegen, die eine extrem detaillierte Auswertung der Aktivität wünschen. Das Training lässt sich durch die integrierte Technik auch ganz bequem ohne Smartphone durchführen. Selbst ein Brustgurt wird nur im speziellen Fall notwendig. Auch die Akkulaufzeit fällt sehr gut aus. Abgerundet werden die positiven Aspekte von dem hohen Tragekomfort und den detaillierten Smart-Notifications.

Allerdings gibt es auch ein paar Kritikpunkte, die nicht unerwähnt bleiben sollen. Dazu gehören die etwas verschachtelte Menüstruktur, sporadische Verbindungsprobleme mit der Smartphone-App und das vorgegebene Watchface, das sich nicht wechseln lässt. Außerdem müssen Käufer auf eine automatische Aktivitäts-Aufzeichnung verzichten. Hinzu kommt noch, dass beispielsweise Radfahren das Schrittziel nicht verringert. Wer den vollen Funktionsumfang der Uhr nutzen möchte, ist zudem auf optionales Zubehör angewiesen.

Alles in allem ist die Garmin Forerunner 735XT eine empfehlenswerte Uhr für Triathleten sowie Läufer und richtet sich ganz klar an Sportler, die wirklich alles enorm detailliert zur absolvierten Aktivität wissen wollen. Durch den Funktionsumfang ist der Preis von knapp 450 Euro hoch, aber durchaus gerechtfertigt, auch wenn das Material dafür etwas hochwertiger wirken könnte und der Hersteller software-seitig noch nachbessern muss.

Wer die Sport-Uhr nur auf dem Mountainbike ohne Strava nutzen will, kann zu deutlich günstigeren Alternativen greifen, da ein solcher Umfang an Informationen dafür nicht benötigt wird.

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Wertung

85%
85%
Gut
  • Verarbeitung/Material
    8
  • Display
    8
  • Gewicht
    10
  • Tragekomfort
    9
  • Bedienung
    9
  • Menüführung
    6
  • Funktionsumfang
    9
  • GPS
    10
  • Aktivitäten
    9
  • Herzfrenquenzmessung
    9
  • Batterielaufzeit
    8
  • Smartphone-App
    7
  • User Ratings (0 Votes)
    0
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