Das Stevens E-Triton Forma ist laut dem Hersteller ein sportlicher Touren-Tiefeinsteiger mit Bosch-Performance-CX-Motor und einer ausgewogenen Ausstattung. Zudem ist es mit knapp über 23 Kilogramm auch vergleichsweise leicht. Über 1.000 Kilometer haben wir das Pedelec getestet und verraten euch in diesem Review, ob die Preis-Leistung bei diesem Modell stimmt. Außerdem erfahrt ihr die ersten Details zum 2020-Nachfolger.

Stevens E-Triton Forma: Sportlicher eBike-Tiefeinsteiger mit ordentlich Power [Test]

Stevens bietet eine ganze Reihe an Touren-Pedelecs an, die durch die verschiedenen Eigenschaften auch unterschiedliche Käuferschichten ansprechen wollen. Das E-Triton richtet sich beispielsweise an Fahrer mit einer Vorliebe für die sportlichere Sitzhaltung. In der Forma-Ausführung bietet das eBike zudem einen komfortablen, tiefen Einstieg. Damit ist das Modell für unseren Geschmack ideal für die Stadt, erlaubt aber auch ganz klar längere Touren. Beide Szenarien haben wir mit dem Stevens E-Triton Forma getestet und über 1.000 Kilometer dabei zurückgelegt. Ob das Touren-Pedelec dabei überzeugen konnte, erfahrt ihr in diesem Artikel.

Das Stevens E-Triton Forma im Detail

Das Stevens E-Triton Forma zeigt sich auf den ersten Blick als gewöhnlicher Tiefeinsteiger. Im Detail wird dann aber die sportlichere Ausrichtung deutlich, denn das Unterrohr ist etwas flacher gehalten wodurch die Sitzposition etwas gebeugter ausfällt.

Stevens E-Triton Forma: Sportlicher eBike-Tiefeinsteiger mit ordentlich Power [Test]

Außerdem verzichtet Stevens auf einen Komfort-Lenker, sondern setzt auf ein Modell mit weniger Krümmung. Ansonsten zeigt sich das Pedelec eher unauffällig und wenig verspielt im Design. Für die Stadt sind das die optimalen Voraussetzungen, denn je weniger ein Fahrrad ins Auge fällt, desto weniger Interesse haben auch Gelegenheitsdiebe.

Gegenüber anderen E-Triton-Vertretern, verzichten die Hamburger auf eine Integration des Akkus. Stattdessen sitzt dieser etwas eingelassen im Unterrohr. Das bietet den Vorteil der leichteren Entnahme. Allerdings leidet die Optik darunter. Allerdings entscheiden der persönliche Geschmack und die Handhabung, ob Semi- oder Vollintegration bevorzugt werden.

Stevens E-Triton Forma: Sportlicher eBike-Tiefeinsteiger mit ordentlich Power [Test]

Geometrie

Obwohl das Stevens E-Triton Forma als sportliches Touren-Rad beworben wird, fällt die Geometrie eher standardmäßig aus. Reach und Stack fallen eher moderat aus, weshalb der Rahmen selbst in der größeren Ausführung eher kompakt wirkt. So bietet die Rahmenhöhe 52, über die unser Testbike verfügt, lediglich einen Reach von 389 Millimetern. Der Lenkwinkel fällt mit 67,5 Grad recht flach für diese Fahrradkategorie aus.

Stevens E-Triton Forma: Sportlicher eBike-Tiefeinsteiger mit ordentlich Power [Test]

Die folgende Tabelle zeigt die Geometrie-Daten des Stevens E-Triton Forma im Detail:

Rahmengröße

46

52

56

Sitzrohrlänge460 mm520 mm560 mm
Sitzrohrwinkel73 °73 °73 °
Obberrohrlänge566 mm580 mm587 mm
Steuerrohrlänge150 mm160 mm190 mm
Lenkwinkel67,5 °67,5 °67,5 °
Kettenstrebenlänge498 mm498 mm498 mm
Reach379 mm389 mm390 mm
Stack608 mm617 mm645 mm
Federweg (Front)63 mm63 mm63 mm
Laufradgröße (Front/Heck)
28″28″28″

Ausstattung

Das Herzstück des E-Triton Forma bildet der starke CX-Motor von Bosch, der mit seinen 75 Newtonmetern ordentlich Drehmoment mitbringt. Die Unterstützung erfolgt bis zu 25 Kilometern pro Stunde und kann in der Intensität in vier Stufen verstellt werden. Kombiniert ist der Motor mit der 500-Wattstunden-Batterie. Gesteuert wird die Elektronik über das Bosch- Intuvia-Display.

Die elektrischen Komponenten wurden mit einem XT-Antrieb in der Trekking-Version kombiniert. Insgesamt zehn Gänge stehen dem Fahrer zur Verfügung. Am Motor selbst ist ein Kettenblatt mit 18 Zähnen verbaut.

Für eine ordentliche Verzögerung sollen die BR-M6000-Bremsen von Shimano sorgen, die über jeweils zwei Kolben verfügen. An der Front setzt der Hersteller auf eine 180-Millimeter-Scheibe. Am Heck fällt der Rotor etwas kleiner aus. Hier kommt eine Version mit 160 Millimetern zum Einsatz.

An der Front des Stevens E-Triton Forma wurde die SR Suntour Mobie25-Air LOR mit 63 Millimetern Hub und Lockout verbaut. Die Luftfederung soll für Komfort auf holprigen Wegen sorgen.

Bei den Laufrädern setzen die Hamburger auf eine Mischung aus XT-Naben und hauseigenen Oxygen-Felgen mit 21 Millimetern Maulweite. Darauf montiert sind Schwalbe Marathon Performance mit GreenGuard-Pannenschutz.

Ansonsten bietet das Touren-Pedelec eine Frontlampe von Busch und Müller mit 70 Lux. Am Heck leuchtet die Shine Evo, die in den Racktime-Gepäckträger eingelassen ist. Abgerundet wird das Gesamtpaket durch SKS-Schutzbleche aus Kunststoff und einen Ständer von Pletscher.

Gewicht

Mit den genannten Spezifikationen bringt das Stevens E-Triton Forma mindestens 23,8 Kilogramm auf die Waage und ist für ein Gesamtgewicht von 140 Kilogramm geeignet.

Verarbeitung

Die Verarbeitung des Touren-Pedelecs von Stevens ist solide und gibt keinen Grund zur Beanstandung.

Praxis/Fahreigenschaften

Getestet haben wir das Stevens E-Triton Forma über 1000 Kilometer. Dabei war das Bike im hektischen Pendlerverkehr genauso wie bei gemütlichen Touren im ländlichen Raum im Einsatz.

Starker Vortrieb mit einem Haken

Der Bosch-CX-Motor sorgt für ordentlich Vortrieb und bringt den Fahrer schnell voran. Selbst bei steileren Anstiegen steht genügend Power zur Verfügung. Allerdings zeigt der Motor auch bei diesem Bike seine spezielle Charakteristik, denn durch das kleine Ritzel lässt sich das Rad nur sehr zäh mit eigener Kraft beschleunigen. Wer also gerne höhere Geschwindigkeiten erreichen möchte, schafft das nur mit großer Mühe.

Stevens E-Triton Forma: Sportlicher eBike-Tiefeinsteiger mit ordentlich Power [Test]

Sportlich agil

Obwohl die Geometriedaten eher moderat ausfallen, lässt sich das Stevens E-Triton Forma recht agil durch die Stadt bewegen und ist auch in Risiko-Situationen recht wendig. Dennoch fällt der Lenkwinkel etwas unangenehm auf, denn dadurch wirkt die Front etwas nervös. Gerade beim Abbiegen mit Handzeichen fällt dieses Manko auf, weil der Lenker merklich schlackert.

Stevens E-Triton Forma: Sportlicher eBike-Tiefeinsteiger mit ordentlich Power [Test]

Gute Reichweite

Während des Testzeitraums haben wir die Reichweite des Touren-Pedelecs mit durchschnittlich 87 Kilometern im flachen Gelände ermittelt. Auf der Teststrecke konnten wir mit einem anderen Rad, das mit dem Active-Line-Plus-Motor ausgestattet war, fast 25 Kilometer mehr fahren.

Stevens E-Triton Forma: Sportlicher eBike-Tiefeinsteiger mit ordentlich Power [Test]

Funktionelle Ausstattung

Die Ausstattung des Stevens E-Triton konnte während des gesamten Testzeitraums durch Funktionalität glänzen. Alle Komponenten verrichteten den Dienst ohne Defekte oder Ausfälle. Eine Federsattelstütze hätte den Komfort aber deutlich verbessert.

Stevens E-Triton Forma: Sportlicher eBike-Tiefeinsteiger mit ordentlich Power [Test]

Fazit

Das Stevens E-Triton Forma ist ganz klar ein sportlicher Tiefeinsteiger mit viel Power. Eine schnelle Beschleunigung und Kraft am Berg sind zwei Merkmale, die das Touren-Pedelec bietet. Wer also viele Steigungen bewältigen will ist mit dem CX-Motor bestens bedient. Dazukommen noch eine gute und funktionelle Ausstattung.

Einige Kritikpunkte konnten wir dennoch feststellen. Vor allem der Lenkwinkel sorgt beim Stevens E-Triton Forma für ein nervöses Fahrverhalten. Das sollte unbedingt verbessert werden. Daneben lässt sich der CX-Motor nur zäh über 25 Kilometer pro Stunde aus eigener Kraft bewegen, was aber vor allem dem kleinen Kettenblatt und damit der Bosch-Vorgabe geschuldet ist.

Alles in allem bekommt der interessierte Käufer ein solides Fahrrad für Touren und Stadtfahrten. Auch für Pendler, die viel Power wollen ist das Bike eine echte Alternative. Der Preis von 3.199 Euro ist zwar etwas hoch, aber immer noch in Ordnung für die gebotene Leistung.

Steven E-Triton Forma 2020

Auf der Hausmesse in Hamburg hat Stevens den Nachfolger vorgestellt. Neu ist vor allem, dass nun ein schwächerer Motor zum Einsatz kommt: Statt CX setzt der Hersteller nun auf den Performance Line mit 60 Newtonmetern. Aufgrund des größeren Kettenblatts und der neuen Motor-Generation lässt sich das Bike aber deutlich einfacher über 25 Kilometer pro Stunde beschleunigen.

Auch das Geräuschniveau nimmt durch die Motorwahl im Gegensatz zum 2019er-Modell ab. Allerdings bleibt das nervöse Fahrverhalten durch den Lenkwinkel. Insgesamt würden wir aber deutlich zum neuen Ableger raten, auch wenn der Motor etwas weniger Drehmoment bietet.

Wertung

80%
80%
Gut
  • Design / Optik
    7
  • Verarbeitung
    8
  • Ausstattung
    8
  • Motorunterstützung
    9
  • Fahreigenschaften
    7
  • Reichweite
    8
  • Gewicht
    9
  • User Ratings (0 Votes)
    0
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