Mit der Ethirteen TRS Plus Dropper Post wurde vor einiger Zeit eine Vario-Sattelstütze vorgestellt, die sich durch die voll mechanische Funktionsweise von den Modellen der Mitbewerber unterscheidet. Das Prinzip verspricht eine hohe Haltbarkeit und einen geringen Wartungsaufwand. Ob das Konzept am Ende überzeugen kann, durften wir in den vergangenen Monaten ausgiebig testen.  

Ethirteen TRS Plus Dropper Post 2018: Vollmechanische Vario-Sattelstütze im Test

Ethirteen präsentierte auf der Eurobike 2016 mit der eigenen Vario-Sattelstütze ein Messe-Highlight, denn das Modell arbeitet gegenüber den bekannten Mitbewerbern ganz ohne Hydraulik oder Luftfeder. Der Hersteller setzt auf einen viel simpleren, mechanischen Aufbau. Somit kann auf anfällige Bauteile verzichtet werden. Ethirteen betont ohnehin, dass es das Ziel war, eine Vario-Sattelstütze zu bauen, die Einfachheit, Zuverlässigkeit und Langlebigkeit vereint. Auf der Eurobike 2017 wurde dann das optimierte Modell mit zahlreichen Detailverbesserungen vorgestellt. Passend dazu erweitert auch noch eine neue Längenoption das Sortiment.

Erhältlich ist die Ethirteen TRS Plus Dropper Post daher mit einem Hub von 125, 150 und 170 Millimetern. Außerdem werden die gängigen Einbaumaße 30,9 und 31,6 Millimeter angeboten. Eine einzige, verfügbare Hebelvariante vereinfacht zudem die Konfiguration.

Wir durften die Ethirteen TRS Plus Dropper Post mit 150 Millimetern eine ganze Weile ausführlich bei verschiedenen Witterungen testen. Soviel vorweg: Das Ergebnis überrascht!

Lieferumfang

Ausgeliefert wird die Vario-Sattelstütze in einem herstellertypischen Karton, der ganze ohne schnörkeliges Design und unnötige Informationen auskommt.

Im Inneren ist alles enthalten, um die Ethirteen TRS Plus Dropper Post direkt aus der Box heraus nutzen zu können. Dazu gehört neben der Vario-Sattelstütze selbst noch der Zug inklusive Außenhülle und der Trigger-Hebel. Als Bonus gibt es noch eine ausführliche Montageanleitung dazu. Außerdem liegen noch ein paar Ersatzteile in dem Karton.

Die Ethirteen TRS Plus Dropper Post im Detail

Rein optisch betrachtet unterscheidet sich die Ethirteen TRS Plus Dropper Post äußerlich nicht von anderen Vario-Sattelstützen. Dennoch hat der Hersteller gegenüber dem Vorjahresmodell einige Optimierungen vorgenommen. Dazu gehört vor allem das äußere Teleskoprohr, das nun über eine griffigere Oberfläche verfügt. Dadurch sollen sich die notwendigen Klemmkräfte verringern.

Außerdem setzt Ethirteen am Übergang zwischen den beiden Rohren auf eine neue Dichtung mit zwei Lippen. Das soll die Mechanik im Inneren selbst bei starker Verschmutzung schützen.

Stahlfeder und fixe Rasterung

Im Inneren wird der enorme Unterschied zu anderen Dropper-Posts deutlich, denn Ethirteen setzt auf eine simple Mechanik und verzichtet damit offensichtlich auf eine aufwendige Hydraulik inklusive Luftfeder. Letztere wurde vom Hersteller durch eine Stahlfeder ersetzt. Ab dem 150-Millimeter-Modell sind sogar zwei davon verbaut und über einen Spacer verbunden. Das Funktionsprinzip ist somit sehr simpel gehalten und in der Theorie zuverlässiger, als die hydraulische Lösung. Ob sich das auch in der Praxis bewahrheitet, erfahrt ihr im entsprechenden Abschnitt dieses Testberichts.

Ethirteen TRS Plus Dropper Post 2018: Vollmechanische Vario-Sattelstütze im TestBild: Ethirteen

Doch die technische Umsetzung erfordert einige Veränderungen, da die hydraulische Sperre fehlt. Dementsprechend bietet die Ethirteen TRS Plus Dropper Post keinen stufenlosen Einstellbereich. Der Hersteller setzt hier auf vier vorgegebene Stufen, die sich aus dem oberen und unteren Endanschlag sowie zwei Zwischenpositionen ergeben. Bei unserem 150-Millimeter-Modell liegt jeweils ein Stoppunkt bei 110 und 80 Millimetern.

Einfache Wartung

Insgesamt betrachtet, verzichtet die Ethirteen TRS Plus Dropper Post auf einige, teils anfällige Bauteile, die Hydraulikflüssigkeit und zahlreiche Dichtungen und damit potenzielle Schwachstellen. Die rein mechanische Funktion verspricht damit eine lange Haltbarkeit bei gleichzeitig geringem Wartungsaufwand. Letzter ist zudem deutlich simpler als bei einer hydraulischen Vario-Sattelstütze, denn durch den einfachen Aufbau wird nur ein Inbus und ein Kassetten-Werkzeug notwendig, um den Service durchzuführen. Entlüften entfällt ebenfalls. Auf dem Papier hat die Ethirteen TRS Plus Dropper Post daher einen großen Vorteil.

Mechanische Ansteuerung und Shifter-Hebel

Ausgeliefert wird Vario-Sattelstütze mit einem Hebel, der einem Shifter ähnelt und unterhalb des Lenkers zu verbauen ist. Die Schalt-Charakteristik soll der eines Triggers gleichen. Im Sortiment befindet sich allerdings nur diese eine Variante für die Nutzung mit Einfachantrieben. Der Hebel ist vergleichsweise groß und massiv, was sich aus der speziellen Lagerung für eine leichte Auslösung ergibt.

Ethirteen TRS Plus 150mm: Spezifikationen im Überblick

  • Hersteller: Ethirteen
  • Modell: TRS Plus
  • Einstellweg: 150 Millimeter
  • Durchmesser: 31,6 Millimeter
  • Setback: 0 Millimeter
  • Länge: 505 Millimeter
  • Ansteuerung: mechanischer Zug (intern)
  • Funktionsweise: mechanisch
  • Verstellbereich: 4 Stufen (150-110-80-0)
  • Gewicht: 590 Gramm (ohne Hebel und Zug)
  • Preis: 299 Euro (UVP)

Praxis

Montage

Die Montage der Ethirteen TRS Plus Dropper Post verlief erfreulich einfach: Zuerst wurde die Außenhülle in den Rahmen eingeführt, dann der Zug darin eingefädelt und letztlich mit der Vario-Sattelstütze verbunden. Danach haben wir die Leitung nach Herstellerangabe abgelängt. Anschließend wurde die Ethirteen TRS Plus Dropper Post mit Montagepaste bestrichen und in das Sitzrohr eingeführt. Dabei haben wir den Innenzug immer auf Spannung gehalten. Zum Abschluss erfolgte die Montage des Hebels. Das komplette Vorgehen ist in der beiliegenden, sehr gut beschriebenen Anleitung aufgeführt. Insgesamt hat der ganze Vorgang nur wenige Minuten in Anspruch genommen.

Funktion

Getestet haben wir die Ethirteen TRS Plus Dropper Post mehrere Monate bei allen möglichen Wetterverhältnissen. Egal ob auf staubigen Trails oder unter sehr matschigen Bedingungen, immer wurde die Vario-Sattelstütze im gewohnten Maß genutzt. Dabei fiel vor allem der satte und harte Anschlag an die beiden Endpunkte auf. Zudem ließ sich das Modell gegenüber den hydraulischen Vertretern einfach und mit wenig Kraft betätigen. Selbst mit einem Finger ist es möglich, die Ethirteen TRS Plus Dropper Post zu komprimieren, was vor allem sehr leichten Fahrern entgegenkommen dürfte. Daneben fährt die Stütze sehr abrupt aus und ist damit schnell in der gewünschten Position. Das erlaubt zügige Positionswechsel auf dem Bike. Der Vorgang beim Ausfahren ist aber immer noch sanft genug, damit der Sattel nicht gegen empfindliche Stellen „katapultiert“ wird.

Natürlich wurden auch die Zwischenstufen genutzt, allerdings seltener als vor dem Test angenommen: In der Regel reichen der obere und untere Anschlag vollkommen aus. Doch wenn die beiden Zwischenstufen genutzt werden, erfolgt das auch recht intuitiv und mit entsprechend sattem Einrasten. Damit sind die beiden Zwischenpositionen gut zu finden und lassen sich einfach nutzen. Auch deren Abstufung und jeweilige Höhe hat uns im Test gut gefallen. Um in die Zwischenstufen einzurasten, muss lediglich der Hebel auf der jeweiligen Höhe der Stütze losgelassen werden.

Dank des hochwertigen und ergonomisch angenehmen Hebels, lässt sich die Ethirteen TRS Plus Dropper Post sehr leicht auslösen. Durch das Griptape an der Daumenauflage ist auch in jeder Situation bester Halt gewährleistet, was in einer zuverlässigen Betätigung resultiert.

Haltbarkeit

Nach mehreren Monaten im Betrieb zeigt sich die Vario-Sattelstütze ganz ohne Probleme. Die Auslösung erfolgt wie am ersten Tag mit einem satten Anschlaggeräusch. Selbst nach mehrfachem Park- und Lifteinsatz gibt es keine Einschränkungen bei der Funktion. Im Gegensatz zu einigen anderen Sattelstützen kann die Ethirteen TRS Plus Dropper Post durch die fixe Rasterung selbst im eingefahrenen Zustand belastet werden. Das sollte nach Möglichkeit bei den meisten hydraulischen Vertretern vermieden werden, denn sonst entsteht ein Unterdruck, wodurch Luft ins System gelangen kann. Das schränkt die Funktionsweise der Stütze enorm ein und erfordert einen Entlüftungsservice. Dieses Problem kennt die Ethirteen TRS Plus Dropper Post nicht.

Ansonsten ist auch das seitliche Spiel erfreulich gering: Der Sattel lässt sich nur minimal nach links und rechts bewegen. Dabei war die Stütze hohen Belastungen durch einen schweren Fahrer mit über 100 Kilo ausgesetzt.

Fazit

Ethirteen ist es in der Tat gelungen, eine sehr zuverlässige Vario-Sattelstütze auf den Markt zu bringen! Die TRS Plus Dropper Post überzeugt durch die Einfachheit und die daraus resultierende, zuverlässige Funktion. Gerade die simple Mechanik mit Feder sorgt für eine problemlose Auslösung unter allen Bedingungen. Die Betätigung erfolgt zudem mit einer erfreulich geringen Hebelkraft. Auch das Feedback beim Ausfahren und das erreichen der einzelnen Rasterpunkte ist akustisch sehr deutlich wahrzunehmen, was auf dem Trail hilfreich sein kann. Ansonsten sind wir in der Lage, die vom Hersteller versprochene Zuverlässigkeit und Haltbarkeit zu bestätigen. Abgerundet wird das hervorragende Gesamtpaket durch eine einfache Wartung.

Kleine Kompromisse müssen beim Gewicht eingegangen werden, denn die Ethirteen TRS Plus Dropper Post ist minimal schwerer als die Konkurrenzmodelle mit Hydraulik. Auch ein stufenloses Einstellen des Hubs ist bauartbedingt nicht möglich. Fahrer müssen mit den vier vorgegebenen Stufen zurechtkommen.

Diese Kompromisse sind aber in Anbetracht der unverbindlichen Preisempfehlung von 299 Euro und einem aktuellen Marktpreis von 230 bis 270 Euro absolut zu verschmerzen. Dafür stimmt das Gesamtpaket einfach. Wir sind absolut überzeugt von der mechanischen Vario-Sattelstütze und vergeben unseren Preis-Leistungs-Award:

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An dieser Stelle möchten wir Ethirteen für die Bereitstellung der TRS Plus Dropper Post danken!

Wertung

90%
90%
Hervorragend!
  • Verarbeitung
    9
  • Funktion
    10
  • Verstellbereich
    8
  • Wartungsaufwand
    10
  • Gewicht
    8
  • User Ratings (0 Votes)
    0
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2 Kommentare

  1. Michael Skorsky on

    Hallo Holger,

    das liest sich schon ganz gut. Aber wenn ich das richtig sehe, habt Ihr an Eurem Bike nur ein Kettenblatt, so dass die Schalthebel auf der linken Seite fehlen.

    Eine Montage des Hebels für die Variostütze ist doch praktisch unmöglich, wenn links ebenfalls Schalthebel vorhanden sind.

    • Holger Daßler on

      Hi Michael,

      das stimmt. Ethirteen richtet sich hier eher an die One-by-Fraktion. Prinzipiell könnte man das Problem mit einem Daumenhebel eines anderen Herstellers umgehen, wenn es unbedingt diese Stütze sein soll.

      Grüße

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