Schritt 2: Kategorie bestimmen

Wer sich nun dennoch dazu entschieden hat, ein MTB selbst zusammenzustellen, der muss sich zunächst Gedanken über die Kategorie machen. Dabei stellt sich vor allem die Frage, welchen Einsatzzweck das neue Bike abdecken soll. Aktuell sehen die möglichen Klassen wie folgt aus:

  • Cross Country
    • absolute Race-Bikes
    • 80 bis 100 Millimetern Federweg
    • Hardtail oder Fully
  • Marathon
    • ebenfalls Race-orientiere Geometrie
    • 100 bis 120 Millimetern Federweg
    • Hardtail oder Fully
  • Tour
    • Komfort mit hoher Langstreckentauglichkeit
    • 120 bis 130 Millimetern Federweg
    • Hardtail oder Fully
  • Trail
    • Agilität kombiniert mit hoher Langstreckentauglichkeit
    • Für Up- und Downhill gleichermaßen geeignet
    • Ähnlich wie Allmountain, aber noch etwas effizienter
    • 130 bis 150 Millimetern Federweg
    • meist Fully, aber auch als Hardtail erhältlich
  • Allmountain
    • Allround-Bike, dass sich zwischen Tourer und Enduro einreiht
    • Gut für Uphill, besser für Downhill
    • 140 bis 150 Millimetern Federweg
    • meist Fully, aber auch als Hardtail erhältlich
  • Enduro
    • der Allrounder fürs grobe mit bergaborientierter Geometrie
    • 160 bis 170 Millimetern Federweg
    • besser im Downhill als im Uphill
    • Fully, nur im Sonderformat als Hardtail
  • Freeride
    • Nächstes Level vom Enduro in stabilerer Ausführung mit mehr Reserven
    • 180 bis 200 Millimetern Federweg
    • für Downhill mit deutlich eingeschränkter Bergauftauglichkeit
    • nur als Fully erhältlich
  • Downhill
    • Konzipiert für steile Bergabfahrten in äußert groben Gelände
    • Stabil ausgeführt für hohe Sprünge und Drops
    • ab 200 Millimetern Federweg
    • für Downhill und Racing, nicht wirklich Bergauftauglich
    • nur als Fully erhältlich

Natürlich soll diese Liste nur als Orientierung dienen und ist keine feste Richtlinie, denn meist gehen die Grenzen der jeweiligen Kategorien fließend ineinander über. Klar wird jedoch, dass grobes Gelände nach viel Federweg verlangt und damit die Bergauf- und Tourentauglichkeit stetig abnimmt. Aber auch hier bestätigen Ausnahmen die Regeln. Deutlich wird zudem, dass Hardtails für den gemäßigten Geländeeinsatz zur Auswahl stehen. Wer Komfort und mehr Reserven haben möchte, greift daher zum Full-Suspension-Bike.

Unsere Vorstellung und die Vorgaben

Unsere Wünsche und Vorgaben fallen wahrscheinlich wie die, der meisten Biker aus: Es muss die „eierlegende Wollmilchsau“ her, die bestenfalls alle Einsatzbereiche abdecken kann. Dazu gehört in unserem Fall die Nutzung im Bikepark genauso, wie die entspannte Tour. Agil und wendig soll das Ganze natürlich auch sein und ein Fahrwerk mit ordentlichen Reserven bieten. Daher haben wir uns in der Basis für ein Long-Travel-Enduro entschieden, welches mit 170 Millimetern Federweg eine Stufe unter dem Freerider liegt.

Bei den Komponenten setzen wir auf einen durchdachten Mix: Antrieb und Bremsen sollen als Verschleißteil günstig zu ersetzen sein, aber auch eine optimale Performance mit geringem Gewicht verbinden. Außerdem wollen wir ein sensibles und umfangreich abstimmbares Fahrwerk mit bester Leistung. Die Laufräder sollen stabil und dennoch leicht sein. Zuverlässige Reifen, ein gutes Cockpit, eine Sattelstütze mit genügend Hub und ein bequemer Sattel gehören zu den weiteren Vorgaben.

Kurz zusammengefasst wollen wir also ein Enduro haben, dass es in dieser Form nicht als Komplett-Bike zu kaufen gibt.

An diesem Beispiel beschreiben wir euch nun die nächsten Planungsschritte.

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